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Wie wirkt Viagra?
Damit eine Erektion entsteht, muss im Körper eine komplizierte Signalkaskade in Gang kommen. Sinnliche Reize aktivieren zunächst das limbische System im Gehirn, das auch für Gefühle zuständig ist. Von dort werden Nervensignale über viele Verschaltungen in den Körper weitergeleitet. An den Nervenenden wird der chemische Botenstoff Stickoxid ausgeschüttet. Er aktiviert ein Eiweiß, die so genannte Guanylatzyklase. Dieses Eiweiß produziert dann den für die Erektion entscheidenden Botenstoff, ein Phosphat. Wenn ausreichend Botenstoff in den Zellen vorhanden ist, erweitern sich die Arterien im Penis und das Blut strömt ein. Durch den aufgebauten Druck werden die Venen abgebunden. Das Blut wird nur verlangsamt wieder aus den Schwellkörpern abgeleitet. Der Penis erigiert.
Viagra fördert die Penisdurchblutung
Damit dieser Zustand auch wieder ein Ende finden kann, gibt es ein Gegenspieler-Eiweiß, das Enzym Phosphodiesterase (PDE). Es zerstört den Botenstoff im Penis. Die Arterien schließen sich, der Druck im Penis lässt nach, die Erektion schwindet. Viagra greift nun genau dort ein. Es ist nämlich ein so genannter PDE-Hemmer. Viagra verhindert, dass der Botenstoff abgebaut wird. Dadurch verbessert sich die Penisdurchblutung bei rund 70 Prozent der Patienten. Ähnlich wirken zwei weitere Medikamente, die seit Anfang dieses Jahres zugelassen sind: Levitra und Cialis.
Viagra wirkt nicht immer
Allerdings wirkt Viagra nicht bei allen gleich gut. Und es führt bei manchen Patienten zu einem Abfall des Blutdrucks, was schwere Kreislaufprobleme nach sich ziehen kann. Forscher der Uniklinik Essen sind jetzt dem Geheimnis auf die Spur gekommen, warum Viagra so unterschiedlich wirkt. Ein Gen mit dem Namen GNB 3 erwies sich als entscheidend. Rund 10 Prozent aller Männer tragen dabei eine besondere Genvariante: Sie bewirkt, dass die Potenzpille mit über 90 Prozent Sicherheit wirkt. Allerdings scheint ausgerechnet diese Genausstattung gleichzeitig besonders empfindlich für Kreislaufprobleme zu machen. Die Forscher wollen jetzt einen Gentest entwickeln, der zumindest bei Risikopatienten den Einsatz von Viagra vorhersagbarer macht.
Ein Brechmittel als Potenzpille
Eine weiteres Medikament, das bei Potenzstörungen verabreicht wird, ist Apomorphin. Es ist seit langem kurioserweise als Brechmittel bekannt. In niedrigen Dosen aufgenommen wirkt es als Botenstoff an Nervenendigungen. Es ähnelt in seiner Struktur dem natürlichen Botenstoff Dopamin und stimuliert direkt das Erektionsszentrum im Gehirn. Apomorphin wirkt allerdings nicht so zuverlässig wie Viagra, hat aber auch weniger schwere Nebenwirkungen. Für beide Medikamente gilt: Sie sind keine Aphrodisiaka. Wer keine Lust verspürt, hat weder mit Viagra noch mit Apomorphin eine Chance.
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